Das Stufenleiberlprojekt der Guides und Späher PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Christian Brunner   
Montag, 31. Mrz 2014

Planungsphase

Seit über zwei Jahren – mit einem halben Jahr Pause - bin ich nun Leiterassistent bei den GuSp,

 den zehn bis dreizehnjährigen Kindern, der Pfadfindergruppe Hinterbrühl, und es gefällt mir gut.

Anfang dieses Pfadfinderjahres haben wir GuSp-Leiter, Carin, Philipp und ich, uns zusammengesetzt und die Heimstunden der kommenden neun Monate geplant. Die Planung der achtundzwanzig Heimstunden des Schuljahres sollte auf uns drei aufgeteilt werden. Jeder der drei Leiter hatte sich im Vorfeld mit der Frage beschäftigt, wie er seine Heimstunden gestalten will. Ich habe mir überlegt, was ich mit den Guides und Spähern in den Heimstunden, die ich gestalten können würde, machen möchte und mich dabei an meine Zeit als Kind bei den Hinterbrühler Pfadfindern zurückerinnert. Die Themen der Heimstunden sollten pfadfinderisch sein, die Kinder etwas lernen können, nicht überfordert werden, und Spaß haben.

Acht Schwerpunkte

Von den acht Schwerpunkten:                       

  • Kritisches Auseinandersetzen mit sich selbst und der Umwelt
  • Einfaches und naturverbundenes Leben
  • Weltweite Verbundenheit
  • Körperbewusstsein und körperliche Leistungsfähigkeit
  • Schöpferisches Tun
  • Leben aus dem Glauben
  • Bereitschaft zum Abenteuer des Lebens
  • Verantwortungsbewusstes Leben in der Gemeinschaft

sollten am besten mehrere Beachtung finden.

Lebendige Kinder  - wildes Alter

Aus den Heimstunden der vergangenen Jahre  und aus meiner Erfahrung als Kind, wusste ich, die Bedürfnisse der Kinder danach herumzutollen und wild zu sein, sollten nicht außer Acht gelassen werden. Essentiell war es für mich herauszufinden, wie ich trotz der lebendigen Natur der Kinder in diesem Alter eine Atmosphäre schaffen könnte, in der sich die Kinder für ein Thema gewinnen lassen. Das Wichtigste dachte ich, wäre das Interesse der Leiter für ein Thema. Wäre der Leiter wirklich überzeugt, würde das auch bei den Kindern ankommen und dann würden sich diese für ein Thema begeistern lassen und mitmachen.

Schöpferisches Tun – Textildruck

In meiner Freizeit habe ich seit Jahren immer wieder Drucke auf Textilien gemacht und ich dachte, die Komplexität eines T-Shirt-Druckprojekts wäre gerade richtig für „meine“ Kinder. Außerdem macht es mir Freude und ich möchte diese auch gerne weitergeben. Nun ging es darum zum Punkt "Schöpferisches Tun", der durch das Entwerfen und Drucken selber abgedeckt war, weitere pfadfinderische Bezüge einzubauen, allen voran das "Kritische Auseinandersetzen mit sich selbst und der Umwelt".

Bild1: Aktuelle Ausstellung des Pfadfindermuseums und Institut für Pfadfindergeschichte in Wien zur Geschichte des Gründers der Pfadfinderbewegung Robert Baden-Powell (kurz Bi-Pi) in Südafrika

Kritisches Auseinandersetzen mit sich selbst und der Umwelt -  Weltweite Verbundenheit – Pfadfindermuseum

Im Rahmen eines Besuchs des Pfadfindermuseums und Instituts für Pfadfindergeschichte sollten die Kinder bei einer Führung einen vertieften Einblick in die Geschichte der Pfadfinderbewegung bekommen. Die Führung von Hanns Strouhal war perfekt auf die Interessen, die Aufnahmefähigkeit, das Alter der Kinder abgestimmt.  Unter anderem hat uns Hanns bei diesem Besuch die ersten Pfadfinderuniformen aus dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts und ihre Herkunft gezeigt. Wenn sie es nicht bereits wussten, haben die Kinder bei dieser Gelegenheit gelernt, dass der Gründer der Pfadfinderbewegung aus Großbritannien kam und einige Zeit in Südafrika stationiert war, sowie, dass es heute nur in sechs Ländern der Welt keine Pfadfindergruppen gibt.


Bild 2: Hanns Strouhal, Leiter des Pfadfindermuseums und Institut für Pfadfindergeschichte mit einer US-amerikanischen Eagle-Scout Uniform

Längeres Projekt - Aufmerksamkeit

In der nächsten Heimstunde, die ich geleitet habe, ging es darum den Kindern näherzubringen, dass der Besuch des Museums nur der Anfang eines längeren Projekts war. Im Museum in Wien hätten sie die Unformen von früher gesehen. In der aktuellen Heimstunde könnten sie an sich selber gegenseitig und an uns Leitern die heutige Uniform sehen. Nun würden wir das Hemd der Zukunft der Guides und Späher der Pfadfindergruppe Hinterbrühl gestalten. Ich wollte das Interesse der Kinder wecken und dadurch, dass sich das Projekt über mehrere Heimstunden zog, die Aufmerksamkeit über die gesamte Dauer des Projekts hoch halten. Das vereinfachte uns Leitern die Arbeit stark und ließ bessere Ergebnisse erzielen.

Aufmerksamkeit – auf beiden Seiten

Ein und dieselbe Kritzelei eines zehn bis dreizehnjährigen Kindes kann man nach Fertigstellung kurz betrachten um sie dann wegzulegen oder wegzuwerfen, oder man kann sie mit großem Aufwand auf ein T-Shirt drucken, sie damit zu einem kleinen Kunstwerk erheben, und dem Kind damit zeigen, dass diese, seine Zeichnung einen Wert hat und etwas Besonderes ist. Die Kinder lernen dadurch, dass sie Fähigkeiten haben und man mit und aus diesen etwas machen kann. Besonderes Augenmerk wurde beim Druck darauf gelegt, dass die Kinder alle Schritte des Fotosiebdruckes kennen und verstehen lernen und Ihre Rolle darin eingebettet sehen.

Bild 3: Johannes von Matha, Gründer des Trinitarierordens, mit blau-rotem Kreuz

Gruppenfarben – Johannes von Matha

Diese glücklichen Guides und Späher hatten also das Privileg die neuen Leiberln für die ganze Stufe kreieren zu dürfen. In den Heimstunden haben sie dazu Unterschiede zwischen verschiedenen Textildruckarten und die jeweiligen Anforderungen an die Motive kennengelernt. Abgemacht wurde, dass es sich um einen Siebruck auf T-Shirts handeln sollte. Farben waren durch die Gruppenfarben der Pfadfindergruppe Hinterbrühl - Johannes von Matha vorgegeben. Der Trinitarierorden wurde vom Namensgeber der Gruppe gegründet und wie auch das blau-rote Kreuz auf weißem Grund des Trinitarierordens verwendet unsere Pfadfindergruppe seit Jahrzehnten die Farben blau und rot auf weißem Grund bei Halstüchern, Pullovern und Jacken, etc. Bei der Wahl des Motivs durften die Kinder frei wählen. Die einzige Einschränkung dabei war, dass das Motiv demokratisch durch die Guides und Späher entschieden werden musste und alle Shirts das gleiche Motiv bekämen.

Verantwortungsbewusstes Leben in der Gemeinschaft

In einer Brainstormingphase wird fleißig gezeichnet. Viele Ideen und Entwürfe entstehen. Am bemerkenswertesten bleibt die Idee der Kinder, als Motiv eine Collage aus vielen Entwürfen zu nehmen. Jeder sollte so etwas beisteuern. Während zweier Heimstunden wird gezeichnet und am Schluss sind alle Kinder, die in diesen Heimstunden anwesend waren, auf dem Motiv vertreten. Für die Jungleiter Lu Skalicky und Martin Konrad werden das die ersten Heimstunden bei denen sie in den Alltag der Guides und Späher schnuppern können.

Bild 4: Siebdruck, Rakeln eines Druckes in roter Farbe

Bild 5: zwei fertig bedruckte GuSp-Shirts mit dem Gruppenhalstuch der Pfadfindergruppe Hinterbrühl

Die Guides und Späher der Pfadfindergruppe Hinterbrühl sind hochproduktiv

Ein Sieb wird beschichtet und via Photosiebdruck kann jedes Kind sein eigenes Leibchen „rakeln“. Insgesamt entstehen so rund zwei Dutzend selbst gedruckte GuSp-Leiberln in den Farben blau und rot, sowie eine limitierte Anzahl an 3D-Effekt Shirts, die sich in Zukunft in vielen Heimstunden und auf Lagerplätzen in der ganzen Welt sehen lassen können.

Von Fredolin Freduard Fredonius Fredinand Antonin Feminin Feuerschneider von Theodor zu Guttmann-Tadaa

aka Christian 

 

Bild 6: Peter, Carin, Sophie, Tonti, Felix, Julia, Lu, Roxy, Christian und Bea freuen sich an den neuen GuSp-Leiberln

Letzte Aktualisierung ( Montag, 8. Dezember 2014 )